EGOLZWIL – Die Brass Band Musikgesellschaft Egolzwil lud am vergangenen Wochenende zu ihrem Jahreskonzert und verwandelte das Zentrum Oberdorf in ein stimmungsvolles irisches Pub. Unter der Leitung von Silvan Elmiger boten die Musikantinnen und Musikanten ein Programm, das von rätoromanischen Klängen bis hin zu mitreissender keltischer Energie reichte.
Schon beim Betreten des Saals wurde klar, dieses Konzert steht im Zeichen der grünen Insel. Das Moderatoren-Duo Fabian Wandeler und Yannick Felder begrüsste das Publikum zu einer Reise durch den «Sound of Ireland“» Doch bevor die irische Sehnsucht vollends Einzug hielt, setzte die Band mit dem Konzertmarsch «Army of the Nile» ein kräftiges Ausrufezeichen zu Beginn. Am Samstag wurde das Konzert durch die Hinterländer Jugend Brass Band unter der Leitung von Timon Jordi eröffnet. Eindrücklich zeigten die jungen Musikantinnen und Musikanten ihr können bei den Stücken, welche sie für das kantonale Jugendmusikfest am 6. Juni in Dagmersellen einstudiert haben.
Solistische Glanzlichter und Bergpässe
Ein erster Höhepunkt war das Cornet-Solo «Rule Britannia». Der junge Solist Fabio Kaufmann, der direkt aus zwei aufeinanderfolgenden Musiklagern auf die Bühne kam, bewies enorme Ausdauer und technisches Können. Mit dem Hauptwerk «Traversada» von Oliver Waespi wagte sich die Band anschliessend an ein anspruchsvolles Stück Schweizer Gegenwartsmusik, das die gefährliche Überquerung eines Bergpasses vertonte. Den Abschluss des ersten Teils bildeten moderne Klänge wie Adeles Ballade «Easy on me» und Kunz Mundart-Hit «Vierwaldstättersee», der das Publikum beschwingt in die Pause entliess.
Irische Pub-Stimmung im zweiten Teil
Nach der Pause verwandelte sich die Bühne in das musikalische Pub «A Pint of Brass». Das Moderationsduo schlüpfte in die Rollen eines Barkeepers und eines Touristen, was für viele Schmunzler im Saal sorgte. Musikalisch startete die Band mit «Lord Tullamore» voll durch, bevor ein besonderer Gast die Herzen des Publikums öffnete. Die 20-jährige Egolzwilerin Milena Erni begeisterte mit ihrer gefühlvollen Stimme beim Klassiker «Amazing Grace». Mit dem energiegeladenen «Celtic Fire» steuerte das Konzert auf sein furioses Finale zu. Dass Irland nicht nur für alte Volksweisen steht, bewies die Band mit dem aktuellen Hit «Too Sweet» des irischen Weltstars Hozier. Erneut trat hier die Solistin Milena Erni ins Rampenlicht. Mit ihrer modernen Interpretation verlieh sie dem Stück eine eigene, soulige Farbe und zeigte gemeinsam mit der Musikgesellschaft die Wandlungsfähigkeit des Brass-Band-Sounds. Den offiziellen Schlusspunkt setzte ein Werk, das wie kein anderes für irische Energie steht: «Riverdance». Das Arrangement von Ray Farr verlangte den Musikanten unter der Leitung von Silvan Elmiger alles ab. Von den präzisen, blitzschnellen Rhythmen der Percussion-Register bis hin zu den kraftvollen Steigerungen der Brass-Sektion – die Energie der berühmten Tanzshow schwappte direkt auf das Publikum über.
Die stehenden Ovationen nach zwei gespielten Zugaben am Ende des Konzerts liessen keine Zweifel offen. Ob rätoromanische Berge oder irische Hügel – die Brass Band MG Egolzwil findet überall den richtigen Ton. Das Jahreskonzert war nicht nur ein musikalischer Hörgenuss, sondern bot auch Momente, die tief unter die Haut gingen und das Gemüt der Zuhörer sichtlich bewegten.